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Multifunktionale solaraktive Platz- und Straßenüberdachung Leoben

Sondierungsprojekt zur Auslotung der Energie- und Synergiepotentiale von solaraktiven Überdachungen von Straßen und Plätzen im urbanen Raum sowie deren Auswirkungen auf Stadtraum und Stadtfunktion. Ziel ist die Aufwertung monofunktionaler urbaner Räume durch Nutzungsüberlagerung. Die Ergebnisse dienen der Vorbereitung eines F&E Demoprojekts.

Kurzfassung

Ausgangssituation/Motivation

Ein beträchtlicher Anteil unserer Städte wird von Flächen des fahrenden und ruhenden Verkehrs vereinnahmt. Insbesondere Stellplatzflächen im Freien sind hochgradig unökologisch und flächenintensiv. Sie versiegeln die Böden, begünstigen das Entstehen von sommerlichen Hitzeinseln und sind fast ausschließlich monofunktional nutzbar.

Inhalte und Zielsetzungen

Das Sondierungsprojekt lotet am Use Case Leoben an konkreten Orten aus, welche stadträumlichen Auswirkungen, Synergie- und Energiepotentiale neu zu entwickelnde, solaraktive Platz- und Straßenüberdachungen in Form von weitgespannten Konstruktionen in Leichtbauweise im öffentlichen urbanen Raum mit sich bringen und wie sie sich auf das Stadtbild und die Stadtfunktion auswirken. Im Fokus stehen Stellplatzflächen aber auch langsam befahrene Straßen. Ziel ist es, diese defizitären Flächen durch Nutzungsüberlagerung in funktional und räumlich wertvolle Stadträume zu verwandeln.

Die Sondierung dient der strategischen und inhaltlichen Vorbereitung eines nachfolgenden F&E Demoprojekts. Dieses F&E-Projekt soll unter Einbeziehung des Werkstoffwissens in der Region mit Fokus auf Membran-, Polymer- und Dünnglastechnologien die Anwendung bestehender und neuer Material- und Photovoltaiktechnologien bzw. Technologiekombinationen in der Stadtinfrastruktur mittels Prototypen demonstrieren und in einer marktfähigen Produktentwicklung münden.

Methodische Vorgehensweise

Basierend auf einer interdisziplinären Grundlagenermittlung werden die Rahmenbedingungen und Potentiale von Stadtraum und Stadtfunktion sowie von Material, Konstruktion und Energie analysiert und eine methodische Kriterien- und Auswahlmatrix für die Standortbewertung generiert. Testentwürfe für ausgewählte Standorte stellen unterschiedliche Formvarianten und Nutzungsszenarien gegenüber. Die Abschätzung der Solarpotentiale erfolgt mittels einer eigens entwickelten vereinfachten Bewertungsmethode. Die Ergebnisse wurden in einem ExpertInnenworkshop einer externen Evaluierung unterzogen.

Testentwürfe Parkplatz Eishalle – Youth Space

Testentwürfe Parkplatz Hauptfeuerwache – Stadtportal

Testentwürfe Max Tendler Gasse – multifunktionaler Stadtplatz

Ergebnisse

  • interdisziplinäre Kriterienmatrix städtebaulicher und technischer Anforderungen und Potentiale multifunktionaler solaraktiver Überdachungen im urbanen Raum
  • Marktübersicht PV-Technologien
  • vereinfachte Methode zur Ermittlung von Solarpotentialen
  • Solarpotentiale der Grundformen und ausgewählter Standorte anhand von Testentwürfen
  • Transdisziplinär abgestimmte und bewertete Lösungsvarianten für multifunktionale solaraktive Überdachungen im urbanen Freiraum
  • Roadmap für nachfolgendes F&E Demoprojekt

Die Weiterbearbeitung des Themas in Form eines F&E Demoprojekts wurde im ExpertInnenworkshop empfohlen und ist beabsichtigt. Darüber hinaus konnten zahlreiche Forschungsfragen für weiterführende Projekte formuliert werden.

Projektteam:
TU Graz, Institut für Städtebau:
Ida Pirstinger, Aglaée Degros, Anna Bagaric, Mendi Kocis

FH Salzburg, Studiengang Smart Building & Smart City:
Michael Grobbauer, Lutz Dorsch, Roland Sterrer, Michael Moltinger

Leoben Holding:
Günther Leitner, Angelika Hierzer

         

Ein Projekt im Rahmen des Programms Stadt der Zukunft im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie

Der Endbericht wird in Kürze hier veröffentlicht.